Bodenleger

Bodenleger

 

Kein Raum ohne Boden

Der Beruf des Bodenlegers entstand in Deutschland im 20. Jahrhundert, als immer mehr verschiedenartige und großflächige Bodenbeläge fachgerecht verlegt werden mussten. Im Gegensatz zum Parkettleger, der sich ausschließlich mit der Verlegung von Holzböden beschäftigt, zum Fliesenleger, der Keramik-, Glas-, und Steinplatten verlegt, und zum Estrichleger, dessen Aufgabe es ist die Grundlagen für das Verlegen eines Bodens sicherzustellen, sorgt der Bodenleger für die Verlegung von textilen und elastischen Platten- und Bahnbelägen in Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden.


Verschiedene Böden – aus einer Hand

Ob Kunststoffboden im Krankenhaus, flauschiger Teppich im Schlafzimmer oder federnder Boden in der Sporthalle – alle werden vom Bodenleger verlegt. Die große Bandbreite der möglichen Beläge erfordert vom Bodenleger ein breites Spezialwissen über die verschiedenen Materialien. Zu diesen zählen neben Laminat, Teppich und Kork für den Wohnbereich vor allem viele Kunststoffarten, die je nach Bedarf schwingend, federn, antistatisch oder sogar leitfähig sein müssen. Gerade in sensiblen Bereichen wie z.B. in Operationssälen oder auch in Fabriken ist ein professionell ausgewählter und verlegter Bodenbelag äußerst wichtig.


Vorbereitung

Bevor der Bodenleger mit der eigentlichen Verlegearbeit beginnen kann, müssen zunächst in Absprache mit dem Kunden das Material bestimmt, die Räume ausgemessen, Verlegemuster skizziert und Verlegepläne erstellt werden. Im zweiten Schritt wird der vorhandene Untergrund geprüft und gegebenenfalls durch spezielle Unterbodenkonstruktionen, die auch Schall- und Wärmedämmstoffe oder Feuchtigkeitssperren beinhalten können, für das Aufbringen des Bodenbelags optimiert. Gerade dieser Schritt ist oftmals besonders wichtig und wird gerade vom Privatleuten unterschätzt, die ihren Bodenbelag lieber selbst verlegen möchten – denn auf einem feuchten Boden schlägt der teure Teppich bald Wellen und die ganze Arbeit war umsonst. Hier ist es im Zweifelsfall besser, sich gleich an einen Profi zu wenden.


Den Boden verlegen

Nun wird der Boden zugeschnitten. Diese Arbeit erfordert äußerste Präzision, denn ein falscher Schnitt kann unter Umständen viel Geld kosten. Die zugeschnittenen Bahnen oder Platten werden dann mit Hilfe von Spezialklebern, die ebenfalls je nach Untergrund und Belag individuell ausgewählt werden müssen, auf dem Boden befestigt. Kunststoffböden werden dabei vollflächig verklebt und an den Nahtstellen aneinander geschweißt, textile Beläge werden an die Fußleisten angepasst. Je nach Material wird nach der Verlegung der neue Boden mit einer Walze angepresst und Bahnen werden miteinander vernäht.


Reparaturarbeiten

Neben der Verlegung neuer Böden übernehmen Bodenleger auch die Reinigung, Wartung und Reparatur bereits bestehender Bodenbeläge. Hier werden z.B. Instandsetzungsarbeiten wie das Auswechseln von Bodenplatten, Oberflächenbehandlungen oder Reparaturen von zerschlissenen Teppichen durchgeführt. Ebenfalls beraten Bodenleger ihre Kunden über die richtige Bodenpflege – damit der neue Boden lange hält.


Arbeitsorte und Branchen

Bodenleger arbeiten in den meisten Fällen im Ausbaugewerbe, also in Parkettleger-, Fußbodenverlege- und Raumausstattungsbetrieben. Daneben sind sie auch im Einzelhandel, z.B. in Bodenabteilungen der Bau- und Heimwerkermärkte und im Messebau tätig. Auch Baufirmen arbeiten oft mit Bodenlegern zusammen, um eine umfassende Betreuung ihrer Kunden aus einer Hand leisten zu können.